Die Schülerinnen und Schüler der Prälat-Michael-Thaller Schule in Abensberg erinnern mit einer Ausstellung anlässlich des 30. Jahrestags an den Fall der Berliner Mauer.

8.30 Uhr an der Prälat-Michael-Thaller-Schule in Abensberg: Die Kinder der SVE errichten aus Sitzblöcken eine Mauer und setzen sich dahinter. Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse gehen schweigend mit selbstgemachten Plakaten, ähnlich denen der Montagsdemonstrationen vor 30 Jahren, auf die Mauer zu. Gemeinsam bringen sie die Mauer zum Einsturz und der Schulchor singt „Looking for Freedom“ von David Hasselhoff. Mit diesem symbolischen Akt eröffnen die Kinder und Jugendlichen der Prälat-Michael-Thaller-Schule gemeinsam mit Schulleiter Wolfgang Niemetz ihre Ausstellung zum Gedenken an den Mauerfall vor 30 Jahren.

In seiner Eröffnungsrede stellte Herr Niemetz die Wichtigkeit dieses Gedenkens in den Mittelpunkt. „Wir wollen uns auch nach 30 Jahren dafür einsetzen, dass alle Menschen in Ost- und Westdeutschland und in Europa weiter in Frieden und Freiheit leben können, ohne Mauern und mit viel Verständnis und Respekt füreinander.“

Diesen Opfern wird auch in der Ausstellung gedacht. Eines der Ausstellungsstücke ist ein Nachbau eines Mauerstücks in Originalgröße, auf dessen Rückseite die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5/6 von Herrn Hatzl einen Gedenkstern für jeden Mauertoten angebracht haben. Neben dem Nachbau in Originalgröße gibt es auch ein Miniaturmodell des sogenannten „Todesstreifens“, einen Zeitstrahl, der die Chronologie der Berliner Mauer wiedergibt, und selbstverfasste Elfchen zum Thema „Mauer“ und „Freiheit“ zu sehen. Darüber hinaus haben sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinandergesetzt, welche Gründe es heute immer noch gibt, dass neue Mauern errichtet werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bildschirme, auf denen Videos vom 9.11.1989 zu sehen sind.

Für die Jugendlichen der Klassen 7 bis 9 wurden außerdem zwei Zeitzeugen eingeladen, welche in spannenden Erzählungen berichteten, wie sie das Leben in der DDR und die Wendezeit empfanden.

Die Schülerinnen und Schüler konnten durch die Erarbeitung der Ausstellung vieles mitnehmen, da dadurch viele Gesprächsanlässe geschaffen wurden. Die für sie oft ferne Wendezeit wurde für sie (be-)greifbarer. Gerade daran zeigt sich, wie wichtig Erinnerung ist! Die Ausstellung bleibt noch bis 28.11.2019 in der Aula der PMT-Schule in Abensberg bestehen und kann nach Rücksprache besichtigt werden.

Text: Andreas Kneitinger und Wolfgang Niemetz
Fotos: Zeller-Fries